Die Geschichte der Pfarrei St. Augustin

Im September 1951 erwarb der damalige Stadtpfarrer von St. Anton, Philipp Dirsch, an der Pettenkoferstraße einen Acker von drei Tagwerk Größe als Bauplatz für eine Kirche und einen Kindergarten. Ein Drittel davon schenkte der frühere Eigentümer, Herr Korbinian Augustin, der Pfarrei; deshalb sollte die neue Kirche dem heiligen Bischof und Kirchenlehrer Augustinus geweiht werden. 1953 wurde ein erster, provisorischer Kindergarten errichtet.   

Anfänge in den 1950er Jahren

Im Juni 1957 rief der Bischof von Eichstätt die neue Pfarrkirchengemeinde St. Augustin per Dekret ins Leben, Als Grenze war nach Westen die Bahnlinie, nach Norden die Donau, nach Süden und nach Osten die Stadtgrenze von Ingolstadt bestimmt. Im März 1958 wurde Wilhelm Reitzer Kurat von St. Augustin. Die erste Kirchenverwaltung trat im Mai 1958 ihr Amt an. Dem Gremium gehörten Dr. Wittmann, Josef Schmid, Johann Steinbeißer, Karl-Heinz Schröder, Johann Brunner und Johann Motzet an. Vom Mutterhaus der Niederbronner Schwestern in Neumarkt kamen im November 1958 die ersten Ordensfrauen in die Schwesternstation der Pfarrei. Ihre Arbeitsgebiete wurden der Kindergarten, die Krankenpflege und der Dienst im Pfarrbüro. Ebenfalls in dieser Zeit wurde der neue Kindergarten St. Augustin eingeweiht und die Baracke des bisherigen, provisorischen Kindergartens zu einer Notkirche umgebaut und benediziert. Die Fundamente für die vier Eckpfeiler der neuen Kirche wurden noch im gleichen Jahr gesetzt. Am Sonntag des guten Hirten, am 12. April 1959, legte Domkapitular Bernhard Mader den Grundstein zu unserem neuen Gotteshaus. Die Planung und die Bauleitung übernahm Architekt Zitzelsperger, mit dem künstlerischen Entwurf und der Gestaltung der Glasfenster wurde der Münchner Bildhauer Roland Friederichsen beauftragt. Die Bauausführung von Kirche, Pfarrhof, Pfarrsaal und Gruppenräumen übernahm die Ingolstädter Firma Röß. Am 13. Dezember 1959 wurde die Kirche durch Bischof Dr. Joseph Schröffer feierlich konsekriert; gleichzeitig wurde St. Augustin zur Stadtpfarrei. Der Kirchturm und die Außenanlagen wurden im Jahr darauf errichtet.  

Die Inneneinrichtung aus den 1960er Jahren

Ende 1961 spendete Generalvikar Josef Heindl den fünf Glocken von St. Augustin (Dreifaltigkeitsglocke mit 1.5t Gewicht, Christusglocke, Marienglocke, Augustinusglocke, Mauritiusglocke) die kirchliche Weihe.  Der Kreuzweg unserer Kirche ist ein Werk des Münchener Bildhauers Blasius Gerg. In Eisen gegossen wurde er bei der Firma Despag (heute Rieter) in Ingolstadt. Bischof Häring weihte den Kreuzweg Mitte 1962. Eine Besonderheit unseres Kreuzwegs ist  die 15. Station, die nach den 14 Stationen des Leidens und Sterbens Jesu Christi seine Auferstehung zeigt. Der Altar wurde wie der Taufstein aus rotem Veroneser Marmor gemeißelt.  In der letzten Maiandacht 1962 wurde unsere Marienstatue gesegnet. Sie ist ein Werk des Bildhauers Johannes Leismüller aus Garmisch. Dem Kunstwerk war als Leitmotiv zugrunde gelegt der Satz aus einem Marienlied: Du Mutter Christi wunderbar, biet aller Welt den Heiland dar, dass uns ein Friede werde!  Die Orgel unserer Kirche ist eine Schleifladen-Orgel mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registratur. Sie besitzt 22 Register und 1.562 Pfeifen. Erbaut hat sie die Firma Walcker aus Ludwigsburg, eingeweiht wurde sie im April 1963.

Wachstum der Pfarrei und ein neuer Pfarrer  

Bereits 1950 hatte das „Aufbauwerk Junger Christen" im Gebiet der Pfarrei das „Lehrlingsheim Tilly" erbaut. Mitte 1963 übernahm die Ordensgemeinschaft der Oblaten des Heiligen Franz von Sales (OSFS) die pädagogische und wirtschaftliche Führung dieses religiösen Hauses. Zudem entstand hier im Jahr 1971 die Zentrale der von P. Hubert Leeb OSFS gegründeten KIM-Bewegung. Durch die Nähe der Pionierkaserne und die Wohnungen der Militärangehörigen wurde St. Augustin bald zur Standortkirche in Ingolstadt. Auf dem städtischen Campingplatz am Auwaldsee wurde 1965 eine Kapelle errichtet, in der am Pfingstsonntag 1966 Stadtdekan Philipp Dirsch die erste heilige Messe feierte. Am 1. Dezember 1967 wurde Michael Thiermeyer als Nachfolger von Wilhelm Reitzer Seelsorger von St. Augustin. Dem starken Anwachsen der Wohngebiete im Nordosten folgte der Beschluss zur Errichtung eines dortigen Filialzentrums. Benannt werden sollte es nach der Mutter unseres Kirchenpatrons - der hl. Monika. Der Münchner Architekt Erhard Fischer erhielt den Auftrag, ein Kirchenzentrum für das neue „Monikaviertel" zu konzipieren. Am Kirchweihsamstag 1985 konnte Richtfest gehalten werden. Das Zentrum umfasst eine Kirche, einen Kindergarten, ein Pfarrheim und eine Hausmeisterwohnung. Am 18. Oktober 1986 spendete ihm Bischof Dr. Karl Braun die kirchliche Weihe. Die Finanzierung des neuen Zentrums wurde von vielen Spendern und Gönnern großzügig mitgetragen. In ganz besonderer Weise engagierte sich hierbei der Herausgeber des DONAUKURIER, Dr. Wilhelm Reissmüller. Ein großer Teil der Innenausstattung erinnert an den großzügigen Spender.

Neue Mitarbeiter  

Am 30. Juli 1988 riss ein tragischer Unfall Pfarrer Michael Thiermeyer aus der Mitte der Pfarrei. Zu seinem Nachfolger wurde am 1. Dezember 1988 Pfarrer Heinrich Rödig ernannt. Die Ansiedlung vieler junger Familien in St. Monika sprengte bald die Kapazität des Kindergartens in St. Monika. Eine Erweiterung wurde im Jahre 1991 beschlossen und in Auftrag gegeben.  Der als sehr gelungen anzusehende Erweiterungsbau wurde im Oktober 1993 durch Domkapitular Alois Brandl gesegnet und seiner Bestimmung übergeben. 1992 wurde eine Sanierung der Außenflächen der Kirche von St. Augustin und des Ziegelmauerwerks an Turm und Pfarrhaus vorgenommen. Die Innenrenovierung der Pfarrkirche folgte im Frühjahr 1994.  Am 26. Januar 1992 wurde Thomas Gerl, seit September 1989 bereits als Gemeindereferent in der Pfarrei tätig, zum Ständigen Diakon für die Diözese Eichstätt geweiht. Anfang der neunziger Jahre zeichnete sich bereits ab, dass in St. Augustin ein neuer Kindergarten notwendig werden würde. Die Planung des Neubaus übernahm wiederum Architekt Erhard Fischer, die Bauleitung hatte Bauingenieur Lothar Ahlswede.  Kurz vor der Segnung des neuen Kindergartens Ende September 1995 durch Domkapitular Leodegar Karg übernahm der frühere Direktor des Bildungshauses Schloss Hirschberg, Alfons Hutter, das Amt des Stadtpfarrers von St. Augustin von Heinrich Rödig, der kurz zuvor nach Eitensheim gewechselt war (verst. 15.03.98 in Eitensheim). Seit dem Jahr 2001 ist Ottmar Breitenhuber  Pfarrer in St. Augustin, seit Sommer 2004 steht ihm neben Diakon Thomas Gerl auch Gemeindeassistentin Antonia Krieg zur Verfügung, die Markus Moder nachfolgte, der von 2002 bis 2004 in St. Augustin wirkte.  Die in den mehr als 40 Jahren in der Pfarrei tätigen Stadtpfarrer wurden von vielen Geistlichen unterstützt wie etwa den Militärseelsorgern oder den Priestern aus dem KIM-Haus an der Weningstraße. Besonders zu erwähnen ist Gymnasialprofessor Martin Frank, der bis 1989 in St. Augustin tätig war. Ab dem Spätsommer 2006 wirken auch wieder Ordensschwestern in der Pfarrei St. Augustin. Ab dem Spätsommer 2006 sind auch auch wieder Ordensschwestern aus dem Orden der Niederbronner Schwestern in der Pfarrei St. Augustin. Derzeit leben drei Schwestern dort, die in der Pfarrseelsorge und und dem Dienst am Kranken mitarbeiten. Darüber hinaus wird das Pfarreileben durch eine Vielzahl von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestaltet, deren Einsatz unerlässlich für die Lebendigkeit der Pfarrei ist.  

Priester aus der Pfarrei  

Aus der Pfarrei sind in den vierzig Jahren drei Priester hervorgegangen. Pater Bernd Wagner aus dem Redemptoristenorden wurde im Juni 1991 in Gars am Inn zum Priester geweiht, sein Bruder, der Franziskaner und derzeitige Obere der Bayerischen Franziskanerprovinz Pater Maximilian Wagner  im April 1994 in St. Anna in München und Josef Heigl im Juni 1995. Im Februar 2006 begann Markus Fischer im Dominikanerorden sein Noviziat und legte 2007 seine erste Profess ab. Im Jahr 2011 wurde er in Wien zum Priester geweiht und wirkt heute in Freiburg im Breisgau.
Die Pfarrei kann mit Dank, aber auch mit Stolz zurückblicken auf die vergangenen Jahre. Gleichzeitig kann St. Augustin aber auch mit Hoffnung und Zuversicht nach vorne schauen und im Glauben auf Gottes Hilfe den nächsten Jahrzehnten ihres Bestehens entgegensehen.