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"Alles hat seine Zeit"

Monatsmesse im Dezember

Die Messe begann ungewöhnlich, weil wir unerwarteter weise keinen Organisten hatten, Pfr. Schredl konnte alle Gläubigen überzeugen, dass wir uns wie bei einigen Monatsmessen näher und in die beiden mittleren Bankreihen zusammensetzen. 
In unserer Monatsmesse zu Beginn der Adventszeit befassten wir uns mit dem Thema 'Zeit'. Pfr. Schredl stellte zunächst, weil das neue Kirchenjahr beginnt, das neue Lektionar vor. Dieses wird nicht gesegnet, weil ja ein Segen von ihm ausgeht. Wir hatten uns als Lesung einen Text aus dem Buch Kohelet ausgesucht, nämlich die Aufzählungen der Zeiten für jedes Geschehen und zwar in Form von Rede und Gegenrede. Zu jeder Zeit gibt es auch eine Zeit für ein entgegengesetztes Handeln oder Geschehen. In seiner Predigt zeigte uns Pfr. Schredl, dass für den Menschen seit langer Zeit alles in der Form von Kreisen abläuft (Sonnenlauf, Mond und die Jahreszeiten). Die ursprünglichen Weltanschauungen denken sich die Zeit als Kreis mit ewiger Wiederkehr, die Welt entsteht und vergeht und entsteht wieder neu, alles kehrt wieder bis in alle Ewigkeit. Allein der Gott Israels durchbricht dieses Denken und will uns Menschen eine neue Art der Gemeinschaft ermöglichen. Damit beginnt ein neues geschichtliches Denken und ein neues Empfinden von Zeit. Mit Jesus beginnt etwas Neues, deutlich durch seinen Tod und seine Auferstehung. Diese Zeit-Erfahrung macht uns deutlich, dass nicht der ewige Kreislauf, sondern die Zeit einmalig ist, unser Leben ist einmalig, es zählt und ist gültig. Alle Zeit geht von Christus aus als Mittelpunkt der Zeit. Trotzdem singen wir jedes Jahr 'alle Jahre wieder'. Nach der Kommunion hörten wir als Besinnung das Gedicht von Rainer Maria Rilke 'Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen'. In diesem Gedicht kreist der Sprecher auch in Ringen um ein Zentrum - Gott. 
Wir saßen in der Messe näher zusammen als sonst üblich, die Messe war intensiver als sonst, weil wir uns besser hörten und verstanden und die vorgetragenen Gebete und Antworten sich nicht im Raum verloren.

© Bild: Peter Weidmann, pfarrbriefservice.de / Text: Alexander Kaltenbacher, 2019

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